Synchronisieren

Filme, Prozesse, Drehzahlen, Uhren und Blitze haben eines gemeinsam: Sie alle lassen sich synchronisieren. Was aber bedeutet es eigentlich genau, etwas zu synchronisieren? Hier hilft zunächst ein etymologischer Ausflug weiter. Der Begriff „synchron” leitet sich von den altgriechischen Wörtern σύν (syn) = mit/ gemeinsam und χρόνος (chronos) = Zeit ab. Wortwörtlich heißt „synchron” also soviel wie „gleichzeitig” und das Synchronisieren zweier Dinge bedeutet das Herstellen eines gleichzeitigen Ablaufs.

Die Kunst, einen Film zu synchronisieren

Das „Schau mir in die Augen, Kleines!” kennt jeder. Und zeitlich diese Worte passend mit den Mundbewegungen Humphrey Bogarts in Einklang zu bringen ist gar nicht so einfach. Darum bedarf es auch einem ausgebildeten Synchronsprecher für solche Aufgaben. Allgemein bezeichnet man in der Filmproduktion mit Synchronisierung das Erreichen eines zeitlichen Gleichlaufs zwischen Bild und Ton.

Synchronisieren in der Fahrzeugtechnik

Beim Schalten müssen die Drehzahlen von Schaltmuffe und Gangrad synchronisiert werden. In modernen Fahrzeuggetrieben geschieht dies intern durch den Synchronring, früher mussten es Autofahrer extern durch sogenanntes Zwischenkuppeln bzw. Zwischengasgeben leisten. Bei Motorrädern mit mehreren Vergasern ist eine Vergasersynchronisation nötig. In der Fotografie bezeichnet Blitzsynchronisation das Anpassen der Verschlussöffnung an das Zünden des Blitzgeräts. Beim Fernsehen müssen Sender und Wiedergabegerät synchron laufen, damit die richtige Information auf der richtigen Stelle des Bildschirms platziert wird.

Eifrig synchronisiert wird darüber hinaus in der IT-Branche

Auch ein Schaltgetriebe muss sich synchronisieren

Auch ein Schaltgetriebe muss sich synchronisieren

Datei-Synchronisation sorgt dafür, dass mehrere Speicherorte einer Datei so miteinander kommunizieren, dass, sobald die Datei an einem von ihnen verändert wird, alle die aktualisierte Version speichern. Unter Prozesssynchronisation versteht man die zeitliche Koordination nebenläufiger, d. h. nicht kausal zusammenhängender Prozesse. Hier geht es nicht darum, die Prozesse gleichzeitig ablaufen zu lassen, sondern darum, Prozesse – wenn nötig – auf die Ergebnisse anderer Prozesse warten zu lassen. Dies kann z. B. verhindern, dass Prozesse gleichzeitig auf Daten zugreifen und in ihnen Inkonsistenzen entstehen lassen.

Aber auch in der belebten Welt lässt sich synchronisieren

In der Biotechnologie etwa müssen sich lebende Zellen für Experimente oft in der gleichen Phase des Zellzyklus befinden – dies wird durch chemische, physikalische oder selektive Synchronisation erreicht. Selbst ganze Menschen lassen sich synchronisieren – und zwar nicht nur Synchronschwimmerinnen. Projektmanager synchronisieren Teams, Dialogpartner ihr nonverbales Verhalten.

Seit den Sechzigern ist zudem bekannt, dass eng zusammen lebende Frauen ihre Menstruation synchronisieren – der Mechanismus dieser Synchronisation ist allerdings noch unbekannt.

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